Heute mal anders?


  • Was denkst Du, wenn du diese Frage liest?
  • Wie ist spontan dein Bauchgefühl?
  • Passt beides zusammen?
  • Welchen inneren Dialog nimmst du wahr?
  • Welche Körperwahrnehmung hast du?


Vielleicht denkst du jetzt auch spontan: „Was sollen die blöden Fragen“ und hörst sogar auf zu lesen?

OKAY, wenn du hier bist, bist du immerhin neugierig was noch so kommt...

Ich wage mal die These, dass einige bei der Frage „Heute mal anders?“  zusammengezuckt sind:

  • Oh, was denn anders?
  • Ich bin doch gar nicht vorbereitet?
  • Warum hat mir das vorher keiner gesagt...


Andere aber waren vielleicht direkt 100% online:

  • Wow, das ist ja mal was Neues, was denn?
  •  Mal schauen was passiert?
  • Dann heute mal raus aus der Gewohnheit...


So wie du jetzt über die jeweiligen anderen Reaktionen denkst, hat viel mit deinen intrinsischen Motiven, den sogenannten Lebensmotiven* zu tun. Hier dem Motiv ORDNUNG, unserem Bedürfnis nach Struktur. Je nach individueller Ausprägung dieses einen Motives kann oben genannte Frage Unterschiedliches auslösen:

Hast du ein  stark ausgeprägtes Ordnungsmotiv magst du wahrscheinlich feste Regeln, Zeitpläne, Pünktlichkeit und Rituale und wirst dich bei der Vorstellung die tägliche Struktur verlassen zu müssen eher unsicher und unwohl fühlen.
Hast du ein niedrig ausgeprägtes Ordnungsmotiv, das für flexibel, unorganisiert, dem Bauchgefühl folgend und spontan steht, wirst du bei der Frage „Heute mal anders?“  eventuell innerlich jubeln und aufatmen. Natürlich gibt es auch neutrale Ausprägungen. Hier wirst du wohl eher von o.g. Frage nicht „getriggert“ und gehörst vielleicht zu denen, die jetzt gar nicht mehr beim Lesen sind - das kann aber auch noch an einem niedrig ausgeprägtem Motiv NEUGIER liegen :-)

Warum kam ich heute auf dieses Thema?

Habe heute früh mit meinem Mann gefrühstückt und natürlich fragt er mich nach meinen Tagesplänen - während er schon mal seine To Dos für heute checkt:-) - und ich noch total unentschlossen bin, was ich zuerst mache... Es ist ja nicht so, dass ich keine To Do Liste habe, nur die ist eben sehr dynamisch und ändert sich spontan am Tag und gerade Morgens brauch ich flexible und kreative Lücken. -Tja und da ist ganz spontan dieser Blog entstanden...

Im Coaching geht es ja häufig um Veränderungswünsche meiner Klienten und der Erkenntnis in diesem Zusammenhang, dass Veränderung meist nur dann stattfinden kann, wenn etwas anders gemacht wird als sonst. Sie sollten dann offen dafür sein ihre Komfortzone zu verlassen. Denn was soll sich sonst ändern?
Erwarten wir Veränderung immer nur vom Umfeld, werden wir dauerhaft unzufrieden sein und uns oft sogar als „Opfer“ fühlen. 

Bei meinen Klienten ist es mir daher immer wichtig zu wissen wie die Ausprägung der Lebensmotive und deren Kombinationen untereinander ist, denn dann können wir gemeinsam überlegen, wie die angestrebten Ziele  „motivgerecht“ erreicht werden können.  Vielleicht ist es ja auch ein Ziel die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu akzeptieren? Oder es stellt sich heraus, dass ein ganz anderes Thema viel wichtiger ist?

Neue Impulse und andere Perspektiven haben viel Potenzial für Erfahrungen, die wir sonst nie gemacht hätten.  Berücksichtigen wir dann in unserem „neuen“ Verhalten oder Blick auf die Themen auch noch unsere individuelle Motivausprägung, kann das eine Kraftquelle für mehr Zufriedenheit und damit auch SINNvolles Tun sein...

*Unsere 16 Lebensmotive zeigen uns was uns antreibt (motiviert) und wie viel wir davon jeweils benötigen im Alltag. Deren individuelle Ausprägung und das Zusammenwirken aller Motive prägen nach Steven Reiss (emeritierter Professor für Psychologie 1947-2016) unsere Persönlickeit. Umgangssprachlich könnte man auch sagen „Die 16 Lebensmotive sind die DNA unserer Persönlichkeit.“