„Was brauchst du?“

Und wofür ist das gut?

Gerade darf ich ein paar Tage Auszeit über meinen 55. Geburtstag genießen (ja schon so alt...mmmhhh...) und stelle mir diese Frage...

Die Antwort ist - während ich hier so sitze in der Sonne auf der Terrasse und schreibe - eigentlich NICHTS - gerade in diesem Moment geht es mir gut, ich bin gesund und dankbar dafür, dass das so ist. 
Meine Werte Freiheit, Vertrauen und Sinn kann ich gerade leben. Das zu erkennen war ein längerer Prozess...

Noch vor 2 Jahren hätte ich mir diese Frage nicht so gestellt, da habe ich eher überlegt was andere um mich herum brauchen - oder besser formuliert: Was andere so von mir erwarten...das macht Druck und das wiederum Stress.

Gemeint bei der Frage „Was brauche ich“ ist hier nicht Egoismus, sondern überhaupt das Zulassen solcher Gedanken ohne dass sich ein schlechtes Gewissen breit macht.

Das musste ich lernen...bin ich doch auch damit aufgewachsen: „Das macht man nicht, was sollen denn die anderen denken? , Sei nicht egoistisch, denke zuerst an die anderen...“ Alles mit guter Absicht, aber...

...lernt man doch den Blick immer nach Außen zu richten und nicht nach innen. Im Sinn-Coaching sprechen wir von Hülle und Kern. In der Hülle sind wir in unseren ganzen Rollen unterwegs als Mutter, Vater, PartnerIn, Ehefrau, Ehemann, Arbeitskollege, Tochter, Sohn...im Kern geht es dann um unsere Motive und Werte. Wie „sinnvoll“ ist das was wir tun? WOFÜR- ist das gut?

Beides ist gut und sinnvoll, aber nur gesund in einigermaßen ausgeglichenem Verhältnis.

Wenn wir „Herz über Bauch“ wieder mehr zulassen, dann kommen wir auch auf unsere Kern-Werte dahinter:

Freiheit, Unabhängigkeit, Fürsorge, Sicherheit, Vertrauen, Verantwortung, Treue, Authentizität...

Also „Was brauchst du?“

Besonders in Zeiten von Corona kann das ganz unterschiedlich sein:

Familien, die über Monate alleine gelassen irgendwie den Alltag gemeistert haben, werden sich eher nach Ruhe,  Anerkennung und Unterstützung sehnen, während sich viele Jugendliche und Singles nach langer Zeit der Kontaktbeschränkung endlich mal wieder „Soziale Kontakte“ und ein „Raus aus der Einsamkeit“ wünschen. Selbständige, die um Ihre Existenz bangen, brauchen wieder finanzielle Sicherheit und Verlässlichkeit, um auch in Zukunft ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.

Manchmal braucht es auch nur einen geschützten Rahmen, um laut nachzudenken über das was gerade im Moment wirklich gebraucht wird. Ohne Wertung und frei im Denken und Fühlen.

Das allein ist schon so viel mehr als das Gefühl „Opfer“ äußerer Umstände zu sein, die ich nicht ändern kann. Vielleicht auch eine Chance was ganz Neues zu entdecken und sich zu fragen:

 „WOFÜR könnte das gut sein?“
„Was hält dich davon ab, es zu tun?“
„Was bist du bereit zu riskieren?“
„Wer kann dir helfen“?
„Was wenn du es einfach machst?“


„Was brauchst Du jetzt?“