"Was machst du nach der Schule?"

Kennt ihr den Satz? 


Mir kommt dieses Thema gerade in den Sinn während die ersten schriftlichen Prüfungen in Hessen geschrieben werden bzw. bald anstehen. Mein spontaner Gedanke dabei: "Gott sei Dank haben deine beiden Kids das hinter sich." Dabei denke ich insbesondere an alle Schüler, die in Zeiten von Corona ihre Abschlussprüfung absolvieren. Als sei das Thema 'Schulabschluss' nicht schon genug Aufregung - kommen jetzt nach vielen Monaten des Homeschooling auch noch Abstandsregeln, Masken, Testen und vielleicht Quarantäne dazu. Und natürlich immer die Angst vor einem positiven Testergebnis kurz vor der Prüfung mit allen möglichen Folgen und Komplikationen, die damit verbunden sein könnten.

Und in all diesem Chaos die gut gemeinte Frage von uns Eltern, den Verwandten oder Bekannten: "Was machst DU nach der Schule?" -
Meine spontan gedachte Antwort: "Keine Ahnung...", oder mehr ausweichend, will doch Schüler niemand vor den Kopf stoßen und als 'planlos' rüber kommen:

"Ich geh' 1 Jahr ins Ausland",
"Ich mach' ein Praktikum, eine Weiterbildung...".


ÄÄÄHHH, na ja in Corona Zeiten? - Echt blöd jetzt...

Natürlich gibt es auch Ausnahmen von taffen und wohlreflektierten Schülern, die schon lange genau wissen wie es "danach" weiter geht und vielleicht auch schon alle Termine und Fristen gecheckt haben und  gedanklich schon in den Startlöchern stehen... HUT AB!

Das alles klingt leicht und ein bisschen lustig und ist ja auch nicht wirklich ein großes Problem...oder?

In der Realität berichten Schüler nach ihrem Abschluss aber immer häufiger von ganz anderen Gefühlen und Gedanken:

"Da ist erst einmal ein großes Loch, in das ich gefallen bin",
"Ich bin jetzt mehr gestresst als noch vor den Prüfungen",
 "Der ewige Fragenkatalog meiner Eltern nervt mich",
 "Ich weiß gar nicht was ich will oder was das Richtige ist",
"Ich hab mir noch keine Gedanken gemacht",
"Mir wird gerade bewusst, dass ich meine Freunde aus der Schule nicht mehr täglich treffe",
"Ich kann gerade nicht durchatmen",
"Plötzlich muss ich eine Entscheidung treffen",...


Als Mutter kenne ich beide Seiten, die der Schüler und die der Eltern. Nicht selten hat diese Phase dann alle Beteiligten viel Geduld aber auch Nerven gekostet.
Am Ende dann sind alle erleichtert, wenn eine Entscheidung getroffen wurde und sich wieder ein neuer spannender Weg auftut - bis zum nächsten Abzweig -
rechts - links - geradeaus?

Auf diesem Weg können wir alle viele Themen und Erfahrungen sammeln, die uns stärken und manchmal auch in besonderer Weise herausfordern:

Unsere Entwicklung zur Persönlichkeit...

Zukünftig versuche ich folgende Fragen zu stellen:

"Wie gehts dir?",
"Was sind deine Träume?",
 "Was machst du gerne?",
"Was ist dein Herzenswunsch?",
 "Was brauchst du?",
 "Was fehlt dir?",
 "Wie fühlst du dich damit?",
 "Wie kann ich dir helfen?",
"Wenn alles möglich wäre, wie sieht dein idealer Tag aus?",
"Wie willst du leben?" ,
"Was ist dir wichtig im Leben?",
"Wofür machst du das?",
 "Macht das für dich Sinn?"